Was kostet ein Texter? Preise und was dahintersteckt

Angenommen, du brauchst neue Texte für deine Website. Also fragst du bei ein paar Textern an und bekommst Angebote, die so weit auseinanderliegen, als hättest du einmal ein Fahrrad und einmal einen Kleinwagen bestellt. Der eine will 400 Euro, die andere 4.000. Beide klingen sehr überzeugt.

Die Frage „Was kostet ein Texter?“ ist also berechtigt. Die Antwort beginnt leider mit dem unbeliebtesten Satz der Branche: „Kommt drauf an.“ Damit du danach trotzdem mehr weißt als vorher, schauen wir uns an, wie Texterpreise entstehen und woran du ein faires Angebot erkennst.

Warum Texterpreise so weit auseinanderliegen

„Texter“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf sich so nennen: die Studentin, die nebenbei Produktbeschreibungen für ein paar Cent pro Wort schreibt, genauso wie der Werbetexter mit über 25 Jahren Agenturerfahrung. Ich gehöre zur zweiten Gruppe. Du ahnst also, auf welcher Seite dieser Artikel am Ende landet. Ich versuche trotzdem, fair zu bleiben.

Dazu kommt: Hinter dem Wort „Text“ steckt sehr unterschiedliche Arbeit. Eine Produktbeschreibung nach Vorlage ist in einer Stunde fertig. Eine Startseite für ein erklärungsbedürftiges B2B-Produkt braucht Gespräche, Recherche, eine klare Positionierung und mehrere Entwürfe, bevor der erste Satz sitzt. Wer nur Seitenzahlen oder Wortmengen vergleicht, vergleicht Dinge, die wenig miteinander zu tun haben.

Die gängigen Preismodelle

Wortpreis

Auf Textbörsen wird oft pro Wort abgerechnet, mitunter für einen Cent oder weniger. Das wirkt messbar und übersichtlich. Der Haken: Ein Wortpreis belohnt Länge. Gute Werbetexte sind aber oft kurz, gerade weil jemand lange über sie nachgedacht hat. Ein Claim hat vielleicht vier Wörter. Nach Wortpreis würde er so viel kosten wie ein Kaugummi.

Stunden- oder Tagessatz

Viele freie Texter kalkulieren mit einem Stundensatz, das hat für dich als Auftraggeber einen Nachteil: Du weißt vorher nicht, was am Ende auf der Rechnung steht. Deshalb rechnen viele Profis ihren Aufwand intern in Stunden und bieten dir einen Festpreis an.

Projektpauschale

Bei Website-Projekten im B2B ist die Pauschale ein verbreitetes Modell. Du bekommst einen festen Preis für ein klar beschriebenes Paket, etwa „Startseite plus vier Leistungsseiten, eine Korrekturschleife“. Wichtig ist, dass im Angebot steht, was drin ist. Sonst diskutiert ihr später über die zweite Korrekturschleife, und die Laune leidet auf beiden Seiten.

Was in einem guten Angebot steckt

Ein großer Teil des Honorars fließt in Arbeit, die du am Ende gar nicht siehst:

  • Briefing und Gespräche: Was verkaufst du an wen, und warum sollte jemand ausgerechnet bei dir kaufen?
  • Recherche: Wettbewerber, Suchbegriffe, Fachthemen und die Fragen, die deine Kunden wirklich stellen.
  • Struktur: Welche Botschaft gehört ganz nach oben und welches Ziel hat jede einzelne Seite?
  • Schreiben und Überarbeiten: Der erste Entwurf ist selten der beste. Meiner auch nicht.
  • Abstimmung: Feedback einarbeiten und Freigaben einholen.

Dazu kommen die Nutzungsrechte. Nach deutschem Urheberrecht bleibt der Texter Urheber seines Textes, du erwirbst das Recht, ihn zu nutzen. Bei vielen Textern sind die üblichen Nutzungsrechte im Preis enthalten. Wenn du einen Text sehr breit einsetzen willst, etwa in einer großen Kampagne über viele Kanäle, lohnt ein Blick darauf, was genau vereinbart ist.

Das Ergebnis ist ein Text, der in wenigen Sekunden gelesen wird. Genau deshalb sieht man ihm die Arbeit selten an. Wer schon einmal versucht hat, das eigene Angebot in einem einzigen Satz zu erklären, ahnt, wie viel Zeit in so einem Satz steckt.

Günstig oder teuer: Was sich wann lohnt

Nicht jeder Text braucht einen Profi. Für interne Notizen oder schnelle Social-Media-Posts reicht oft eine günstige Lösung oder eine KI mit sorgfältiger Nachbearbeitung. Wie Mensch und Maschine sinnvoll zusammenarbeiten, steht in KI-Texte vs. Profi-Texter.

Anders sieht es bei Texten aus, die direkt verkaufen sollen: Startseite, Landingpage, Leistungsseiten, Mailings an Bestandskunden. Hier lohnt sich eine kleine Rechnung, bevor du nur auf den Preis schaust.

Ein Beispiel, bewusst einfach gehalten: Angenommen, ein Neukunde bringt dir im B2B 20.000 Euro Umsatz im Jahr. Gewinnt deine Website dank klarerer Texte im Jahr einen einzigen zusätzlichen Kunden, hat sich ein Honorar von 4.000 Euro mehrfach bezahlt gemacht. Ob das bei dir genauso aufgeht, hängt natürlich von deinem Geschäft ab. Die Rechnung gehört trotzdem in jede Entscheidung.

Am teuersten wird es übrigens meist, wenn du zweimal bezahlst: erst für den billigen Text und danach für den, der funktioniert.

Woran du ein faires Angebot erkennst

  • Erst Fragen, dann Preis: Wer ohne Briefing sofort eine Zahl nennt, kalkuliert ins Blaue.
  • Konkreter Umfang: Welche Seiten und wie viele Korrekturschleifen enthalten sind, steht schwarz auf weiß im Angebot.
  • Arbeitsproben: Es gibt Referenzen aus deiner Branche oder einer vergleichbaren.
  • Geregelte Nutzungsrechte: Du weißt, wo und wie lange du die Texte verwenden darfst.
  • Klarer Ablauf: Du weißt, wann du was liefern musst und wann die ersten Entwürfe kommen.

Skeptisch werden darfst du bei Versprechen wie „garantiert Platz 1 bei Google“ und bei Preisen, die so niedrig sind, dass die Rechnung pro Stunde nicht aufgehen kann. Irgendwo wird dann gespart, meistens beim Nachdenken.

So bekommst du mehr Text für dein Budget

Du kannst den Preis selbst beeinflussen, ohne an der Qualität zu sparen. Ein paar Hebel, die in der Praxis viel ausmachen:

  1. Gut vorbereitet ins Briefing gehen. Je klarer du weißt, was dich von anderen unterscheidet, desto weniger Zeit fließt in Rückfragen. Falls du da noch unsicher bist: Hier steht, wie du deinen USP entwickelst.
  2. Vorhandenes Material teilen. Präsentationen, Angebote, Kundenmails oder Notizen aus dem Vertrieb. Das spart Recherche und liefert oft die besten Formulierungen gleich mit.
  3. Feedback bündeln. Eine Person sammelt die Anmerkungen aus dem Team und gibt sie gesammelt weiter. Fünf Einzelmeinungen in fünf Mails kosten Zeit und Nerven.
  4. Prioritäten setzen. Starte mit den Seiten, die die meisten Besucher oder Anfragen bringen. Meist sind das die Startseite und die wichtigste Leistungsseite.

Fazit: Der Preis ist die zweitwichtigste Zahl

Was ein Texter kostet, hängt vor allem vom Umfang ab und davon, wie viel Denkarbeit in deinem Projekt steckt. Die wichtigere Zahl ist die, die ein Text am Ende für dich bringt. Wenn dir ein Angebot hoch vorkommt, frag nach, was drinsteckt. Ein guter Texter erklärt dir das gern. Warum „zu teuer“ übrigens gar kein schlechtes Zeichen sein muss, liest du in Einwandbehandlung: Warum „zu teuer“ ein Kompliment ist.

Du suchst einen Texter aus Berlin, der zuerst zuhört und dir dann einen klaren Festpreis nennt? Schreib mir einfach. Ich schaue mir dein Projekt an und sage dir, was es kostet und was du dafür bekommst.

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